Marktgespräche

Warum Fische in der Großstadt?

In alten Gewächshäusern im Landschaftspark Herzberge in Lichtenberg befindet sich – umgeben von idyllisch weidenden Pommerschen Rauhwollschafen – die erste Berliner »StadtFarm«. Die »Farm« ist eine Aquaponik-Anlage, in denen in geschlossenen Kreisläufen Fisch gezüchtet und Gemüse, Salate und Kräuter angebaut werden. Die StadtFarm betreibt einen eigenen Hofladen und veranstaltet vor Ort, gemeinsam mit Bio-Betrieben aus dem Berliner Umland, regelmäßig Märkte, die stets gut besucht sind.

Bald sollen weitere solcher Farmen in Berlin entstehen und zur lokalen Versorgung mit frischen Lebensmitteln in der Großstadt beitragen. Wir haben darüber mit Stefanie Dorsch gesprochen. Beim 2. Sommer Food Markt am Kulturforum stellt sie die StadtFarm in einem Marktgespräch vor: Samstag, 25. August, 18 Uhr. – Außerdem gibt es eine kulinarische Premiere.


Warum sollte man Fische in der Stadt halten? 

Immer mehr Menschen wohnen in der Stadt, und immer mehr Menschen müssen in großen Städten oder sogar Mega-Städten mit Nahrung versorgt werden. Eben auch mit tierischen Eiweißen. Fisch in unserer Aquakultur ist eine ressourcenschonende Alternative zum Fisch aus dem Meer, da wir wenig Platz benötigen und kurze Transportwege haben.

Aquaponik hat bei manchen Leuten keinen guten Ruf. Was sagt Ihr denen?

Man muss ganz genau hinschauen, wie die Aquakultur betrieben wird, da gibt es große Unterschiede. Wir arbeiten konsequent in natürlichen Kreisläufen. Unsere Wasserqualität ist so gut, weil wir natürliche Filter wie Bakterien, Regenwürmer oder Pflanzen nutzen. Und weil wir deshalb den Fischen keine Medikamente geben müssen. Sie bleiben gesund. Außerdem sparen wir extrem viel Wasser, da wir nur das Wasser ersetzen müssen, das verdunstet oder von den Pflanzen in unserem Kreislauf verbraucht wird. Alles Dinge, die in anderen Aquakulturen nicht so gemacht werden.

Warum sind Eure Produkte aus Eurer Sicht besonders nachhaltig und zukunftsfähig in der Ernährung?

Unsere StadtFarmen sind da, wo die Verbraucherinnen und Verbraucher sind – in den Städten und Ballungsgebieten. Immer globaleren Strukturen setzen wir ein ultra-lokales System entgegen: Kurze Transportwege, dadurch viel weniger Lebensmittelverschwendung, wenig Platzbedarf und eine große Transparenz und Nähe zum Verbraucher. Wir sind so konsequent nachhaltig wie sonst kaum ein Lebensmittelproduzent! Wir setzen so wenig Ressourcen ein wie nötig, für uns gibt es keinen Abfall, denn alles ist Grundlage für etwas Neues. Dadurch können die Verbraucherinnen und Verbraucher durch den Kauf unseres Fisches auch etwas gegen die Überfischung der Meere, die Auslaugung der Böden und gegen Lebensmittelverschwendung tun.

Read more „Warum Fische in der Großstadt?“

Allgemeines

Diskussion: Gastronomie im Museum

Die Ausstellung »Food Revolution 5.0. Gestaltung für die Gesellschaft von morgen« stellt mit künstlerischen Mitteln Fragen zur Gegenwart und Zukunft des Essens. Aus diesem Anlass diskutieren Vertreter*innen aus Gastronomie, Kunst und Politik über die Zukunft der Museumsgastronomie.

An der Talkrunde nehmen teil:

  • Dr. Dirk Behrendt (Senator für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung)
  • Dr. Claudia Banz (Kuratorin, Kunstgewerbemuseum)
  • Heinz »Cookie« Gindullis (Gastronom, Restaurants Cookies Cream, Data Kitchen u.a.)
  • Christian Tänzler (Pressesprecher Visit Berlin)
  • Klaus Peter Kofler (Geschäftsführer Kofler & Kompanie)
  • Sophia Hoffmann (Köchin und Autorin)
  • Monika Rübsamen (Geschäftsführerin Flux FM)

Gastgeberin und Moderation: Eva-Maria Hilker, Herausgeberin und Chefredaktion »EssPress Berlin«.

Donnerstag, 23. August 2018, 17–19 Uhr
Kunstgewerbemuseum
Kulturforum, Matthäikirchplatz, 10785 Berlin
Eintritt frei

Foto: MissX/photocase.de

#FoodRevolutionBerlin

 

Algen in verschiedenen Farben Allgemeines

Algen, Gemüse aus dem Meer

Die Meere halten eine schiere Fülle an Köstlichkeiten für uns bereit, die noch kaum genutzt wird: Algen, Meeresgemüse. Es gibt ganz unterschiedliche Arten und Formen von Algen und Algen-Produkten, grüne, braune, rote, getrocknet, mariniert, als Pesto, als Aufstrich, als Pulver für Smoothies u.v.a.m.

Ira Mittmann ist mit ihrem jungen Berliner Unternehmen Meeresgemüse eine Algen-Pionierin. Sie bietet ein breites Sortiment mit Algen aus Europa an und verfügt über umfangreiches Wissen.


Was ist Meeresgemüse eigentlich, und wie bist Du darauf aufmerksam geworden?

Entstanden ist die Idee im einem Urlaub in der Bretagne. Uns ist dort bewusst geworden, dass auch in Europa Algen Bestandteil traditioneller Esskulturen sind und wir dass nicht nur in Asien fündig werden.

Was ist der besondere Wert von Algen für die menschliche Ernährung?

Algen sind in der Ernährung schon uralt. Erste nachgewiesene Aufzeichnungen sind 2500 Jahre vor Christi datiert. In Algen stecken viele Vitamine wie A, C, K, B12 u.a.m. Dazu Mineralien wie Jod, Magnesium, Selen, Eisen, Kalzium, außerdem Ballaststoffe und Proteine. Ja nach Algenart unterscheiden sich Inhaltsstoffe und Geschmack. Und: Algen sind ganz einfach sehr lecker! Read more „Algen, Gemüse aus dem Meer“